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Sehschule

Die Sehschule dient der Diagnostik, Kontrolle und Behandlung bestimmter Sehstörungen.

Die häufigsten Sehstörungen, die im Rahmen der Sehschule vorkommen, sind:

  • latentes oder manifestes Schielen
  • Schwachsichtigkeit eines oder beider Augen
  • Augenzittern
  • Doppelbilder
  • Lidveränderungen, insbesondere bei Hängelidern (Ptosis)
  • Entwicklungsverzögerung des Sehens (bei Kindern) durch organische Schäden am Auge oder Gehirn

Das normale Sehen des Kindes reift bis zu einem Alter von 8-10 Jahren heran, wobei die ersten beiden Lebensjahre eine besonders wichtige Rolle spielen. Kommt es in dieser Zeit zu Beeinträchtigungen der Entwicklung, dann ist eine orthoptische Behandlung (Sehschule) erforderlich, um eine möglichst gute Sehfähigkeit zu erreichen.

Die Diagnostik in der Sehschule

In unserer Sehschulsprechstunde werden die Sehschärfe, die Augenbewegungsmuster, die Zusammenarbeit beider Augen (räumliches Sehen) untersucht und bei Bedarf ein Schielwinkel bestimmt.

Durch die Bestimmung der Refraktionswerte kann ermittelt werden, ob das Tragen einer Brille erforderlich ist. Dazu ist bei Kindern eine Pupillenerweiterung im Rahmen der normalen Sprechstunde notwendig.

Die Therapie in der Sehschule

Die verordnete Brille wird zunächst einige Wochen getragen und die Sehschärfe überprüft. Sollte sich die altersentsprechende Sehschärfe durch das Brillentragen nicht einstellen, dann wird eine Amblyopietherapie erforderlich.

Bei einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) erfolgt in der Regel (zusätzlich zur oft erforderlichen Brille) eine Behandlung mit einem Pflaster (Okklusionspflaster), das phasenweise (stunden- bis tageweise) auf ein Auge geklebt wird - im allgemeinen auf das bessere Auge, um das schwächere Auge im Zusammenspiel mit dem Gehirn zu trainieren .

Der Rhythmus des Abklebens wird bei den meist vierteljährlichen Kontrolluntersuchungen regelmäßig neu vorgegeben. Durch die Pflasterokklusion wird das Sehen trainiert und verbessert sich.

Bei einigen Schielformen ist es sinnvoll, eine Schieloperation vorzunehmen. Die Stellung der Augen wird dabei durch die Verkürzung oder Verlagerung eines oder mehrerer äußerer Augenmuskeln verändert, was zu einer Verkleinerung des Schielwinkels führt. Die erforderlichen Operationen werden von den Kollegen der Universitäts-Augenklinik während eines kurzen stationären Aufenthaltes in Vollnarkose vorgenommen

Insbesondere bei Erwachsenen mit Doppelbildwahrnehmung durch eine Beeinträchtigung der Augenstellung oder -beweglichkeit kann die Situation durch die Verordnung einer Prismenbrille verbessert werden.